Pink Ribbon rules!

Die Diagnose „metastasierter Brustkrebs“ entzieht einem schlichtweg den Boden unter den Füßen und man stürzt in ein tiefes, schwarzes Loch. Man taumelt und ringt nach Luft. Oft hat man von Krebsbetroffenen im Umfeld gehört, hatte Mitleid mit glatzköpfigen Chemo-PatientInnen, aber nie hätte man gedacht, einmal selbst dazuzugehören. Plötzlich und unerwartet findet man sich im eiskalten Wasser eines weiten Krankheitssees wieder, soll dort schwimmen und nicht untergehen. Ein schier unmögliches Kunststück, lasten doch Angst, Sorge und Überforderung wie Blei an den Füßen. Doch es gibt eine Institution, die in dieser Situation einen Rettungsring auswirft. Die Hilfe leistet und alles daran setzt, den Erkrankten das Schwimmen beizubringen, um irgendwann wieder das Ufer zu erreichen und festen Boden unter den Füßen zu spüren: die Österreichische Krebshilfe.

Warum ich das mit Fug und Recht behaupten kann? Weil die eingangs geschilderte Geschichte die meine ist. Bei mir wurde im Juli 2013 fortgeschrittener Brustkrebs mit Leber- und Knochenmetastasen diagnostiziert. Aus heiterem Himmel, ohne familiäre Vorbelastung und trotz regelmäßiger Kontrolluntersuchungen. Ein ungewöhnlicher Fall. Ich hatte eben Pech. Nichts war ab diesem 5. Juli 2013 mehr wie es einmal war. Das Zurechtfinden im dichten Medizindschungel erwies sich anfangs ebenso schwierig wie die erstmalige Konfrontation mit der Endlichkeit des Lebens. „Zwei Jahre Durchschnittsüberlebenszeit“, lautete eine der Ärzte-Aussagen. Mittlerweile habe ich vier Jahre geschafft.

Die „Rettung“ aus den Fluten kam in Form meiner Krebshilfebetreuerin. Sie unterstützte mich von Beginn an beim Ordnen meiner Gedanken, bekräftigte mich in meinen Entscheidungen, war da, wenn bei mir die Tränen flossen und wenn mich Untersuchungsergebnisse strahlen ließen. Sie zog mich sprichwörtlich an Land, eröffnete mir neue Perspektiven und begleitet mich bis heute. Dafür bin ich ihr und der Krebshilfe unendlich dankbar. Ich habe am eigenen Leib erfahren dürfen, wie wichtig und wertvoll dieses umfassende Servicepaket ist.

Ja, ich bin unheilbar krank, brauche meine Therapien, kämpfe mit schwerwiegenden Nebenwirkungen, musste meinen Job an den Nagel hängen, war gezwungen, mein Leben völlig umzukrempeln – habe aber dennoch nie verlernt, glücklich zu sein. Diese unbändige Lebensfreude ist bestimmt mein größtes Kapital und meine vorrangige Motivation. Ich genieße mein Leben nun bewusster und habe meine Krankheit „als Beifahrer“ akzeptiert. Ich konzentriere mich auf das Hier und Jetzt, koste jeden Moment aus, umgebe mich mit wertvollen Menschen, verreise gerne und stecke mir stets neue Ziele.

Zu letzteren gehört beispielsweise mein Blog Claudia’s Cancer Challenge, auf dem ich täglich aus meinem Krankheitsalltag berichte, über metastasierten Brustkrebs informiere und eine Plattform zum Austausch biete. Zudem schreibe ich gerade an meinem ersten Buch, in dem ich meine Geschichte erzähle und Tipps gebe, wie man trotz einer chronischen Krebserkrankung ein erfülltes Leben führen kann. Beides Herzensangelegenheiten – mit einer Intention: Betroffenen Mut und Hoffnung zu schenken.

Wie lautet das alte Sprichwort? „Wenn irgendwo eine Tür zugeht, tut sich woanders eine auf.“ Demzufolge habe ich den Fokus in meinem Leben verlagert, versucht, Positives aus Negativem entstehen zu lassen. Ich habe eine neue, herausfordernde Aufgabe als Brustkrebsaktivistin gefunden – mit einer zentralen Botschaft: Bitte geht regelmäßig zur Mammografie! Denn: Früherkennung kann Leben retten! Deshalb unterstütze ich das wunderbare Engagement der Krebshilfe und sage ein herzliches Dankeschön.

Pink Ribbon rules!

Claudia Altmann-Pospischek

Claudia ALTMANN-POSPISCHEK 

Brustkrebsaktivistin | Bloggerin | Autorin

www.facebook.com/claudiascancerchallenge

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